Die Tiefsee tobt

Eine neue Reihe mit SpongeBob Hardcoverbänden hat die Stuttgarter Panini Verlags GmbH gestartet. Passender Titel der Nummer 1: Total verrückt! Auf 32 leuchtend farbigen Seiten wirbeln unsere Helden die Unterwasserwelt kräftig auf.

Egal, ob SpongeBob sein batteriebetriebenes Fußmassagegerät testet, sich eine leicht höhere Dosis Haarwasser aufschüttet oder während der Arbeitszeit auf den Rummel will – ist alles lieb gemeint, geht aber konsequent in die Quadrathose. Krack!

SpongeBob und Patrick spielen Romeo und Julia. Wer die Regeln kapiert, darf sofort mitmischen.Keine Gnade für Thaddäus, wenn das Dreamteam in der Nacht Romeo und Julia spielt. Null Schimmer, worum es da überhaupt geht, aber es geht laut.

Zwei weitere Ausgaben sind bereits erschienen: Steter Quell der Freude! und Immer locker bleiben! „Für 2010 ist dann vierteljährlich ein neuer Band geplant“, verrät Panini-Redakteur Benjamin Beck, der dort für die Reihe zuständig ist.

Die Bände liegen gut in der Hand, die herrlichen großformatigen Glanzseiten fassen sich angenehm an, es wurde liebevoll gelettert (Repro/Grafik: LetterFactory, Michael Beck).

Es ist definitv eine Edition für den erfahrenen Taucher. Man sollte sein erstes Schnorcheln in der seltsamen Welt des SpongeBob schon hinter sich haben, um den verschrobenen Witz freischwimmend genießen zu können. Blubb!

Die Comics beruhen auf der gleichnamigen Fernsehserie, die just am 1. Mai 2009 einen runden Geburtstag, den zehnten, feiern konnte. Na, wer will noch ein Stück Sardellentorte? Produziert werden die Trickfilme vom Kinderkanal Nickelodeon. Insgesamt wurden bisher 236 TV-Episoden in sieben Staffeln hergestellt. Kein Fernsehtag vergeht weltweit, an dem nicht diverse Folgen wiederholt werden. Heiße Diskussionen sind zurzeit im Gange, ob es wohl bald eine Season 8 geben wird. Das verwendete Material für die Paninis stammt aus dem Nickelodeon Magazine, das der Sender selbst herausgibt.

GONE JELLYFISHING – Blick in eine Originalgeschichte des NICKELODEON MAGAZINE aus den USA.Der Amerikaner Stephen Hillenburg, Copyright 1961, ist der Vater von SpongeBob Schwammkopf. Würd‘ mich interessieren, ob Sponge eher die blauen Augen, die rosigen Pausbacken oder das Quadratische von ihm hat. Bevor Hillenburg die Welt um Bikini Bottom erschuf, arbeitete er als Meeresbiologe am heutigen Orange County Institute. Der Mann muss es also wissen.

Thaddäus heißt im Original Squidward Tentacle. Des Nachts kann man ihn allerdings leicht mit dem Darmolmännchen verwechseln.Da forscht sich die Menschheit einen ab, investiert Unmengen Geld. Herren mit dicken Brillen sitzen vor Tiefschichtenkarten und 3D-Modellen und frohlocken ob der Vielfalt des submarinen Grundes: Bizarre Landschaften, steinige Becken, weite sandige Ebenen, gewaltige Gebirge. Ehrfurcht!

Hey! Langsam, Jungs! Es braucht nur läppische neun Euro und einen Besuch bei Mister Comicothek. Schon taucht man ein in Spongebob Schwammkopf: Total verrückt! . Aus dem Staunen kommt da auch der profundeste Nautiker nicht mehr heraus.

Hach! Die gute Oma hätt‘ sich sowas gefreut, wenn sie das hier noch hätte lesen können. Und in ihrer trockenen Art hätte sie abschließend gesagt: "Warum denn einfach, wenn es auch umständlich geht!".

 

SPONGEBOB SCHWAMMKOPF: TOTAL VERRÜCKT!, Hardcover, 32 Farbseiten, Panini Verlags GmbH, Nettetal-Kaldenkirchen, 9,00 Euro.
Autor Mika Robit, Jahrgang 1958, beschäftigt sich seit Jahrzehnten intensiv mit Comics, ihrer Herstellung, ihren Machern. Er verfügt selbst über eine beneidenswerte Sammlung und hat ein umfangreiches Archiv teilweise seltener Materialien zusammengetragen. In den Jahren 1985 und 1986 war er Mitarbeiter von WHAM!, dem legendären Magazin. Für Radio RPR betreute er die Hörfunkreihe Sprechen in Blasen. Er lernte viele der ganz großen Zeichner und Texter kennen, darunter Yves Chaland, Morris, Will Eisner und Don Lawrence.