Ein tierischer Puschelkrimi

EL PATITO FEO – DAS HÄSSLICHE ENTLEIN: Für die spanische Neptuno Films schuf Josep Viciana 104 Folgen dieser Zeichentrickserie, die in Deutschland bei der PRICE LIGHT MEDIA GMBH auf DVD erschien.Manuskript und Zeichnung schickte man an diverse Kinderbuchverlage. Aber: Zumindest im Abwiegeln sind viele Verlagsmitarbeiter ja uneingeschränkt erfinderisch. „Ich erhielt sehr schicke Absagen: Wir machen keine Fantasy, wir machen nur Bücher ab fünfzig Seiten, sprechende Tier sind sowas von out!“

Dabei weiß Angelika Scharf genau, wie angesagt Tiere mit frechem Mundwerk sind. Als Dialogregisseurin hat sie 104 turbulente Folgen der spanischen Zeichentrickserie El patito feo betreut (produziert 1995 und 1996, bei uns: Das hässliche Entlein). Titelheld Quack ist eher ein schwätzendes Entlein. Überhaupt haben alle Tiere auf einem Bauernhof hier null Zeit etwa Milch zu geben oder Eier zu legen – Schweinchen, Kuh, Huhn und alles, was nur annähernd krabbeln kann, labert, ratscht und palavert. Manchmal wird sogar unerbittlich gesungen.

65 Episoden von Kangoo (1995 bis 2000) aus Frankreich hat sie ebenfalls fürs Deutsch-TV aufbereitet. Da spielen Cartoon-Kängurus elegant Basketball und verkneifen sich nicht einen einzigen dummen Spruch.

Auch die Godzilla-Filme der Millenium-Edition hat sie eingedeutscht. Okay, so ein Statement des trampeligen Monstersauriers beschränkt sich meistens auf ein eindeutiges "Grrooarr!" – doch wie immens wichtig ist gerade die Körpersprache!

Harald Helmut Weiss, Geschäftsführer von Galteor Kommunikation und Macher des Medienmagazins Viewfinder, ist ebenfalls vernarrt in sprechende Tiere („Ich bin selbst eins. Aber sagen Sie das keinem.“). Und so wird der Herausgeber der App, abhängig von deren Erfolg, wohl bald noch zum Verleger. Bei Galteor Kommunikation denkt man nämlich über eine Buchausgabe nach.

Ganz sicher ist: Der Walddetektiv ermittelt weiter. Sein zweiter Fall, er heißt Dunkel war die Nacht, harrt bereits der Aufklärung. Diesmal macht sich der scharfsinnige Eichkater auf die Suche nach einem entführten Maulwurfsjungen. Irgendwie doof für Herrn Pinkas, dass Maulwürfe mitternachtsaktiv sind, während er da lieber poft. Also müssen Trakyl und Berelix ran, zwei quirlige Fledermäuse, schnell befördert zu des Walddetektivs Nachtagenten. Eine heftige Prise Romantik gibt Pauline dazu. Die schüchterne Schwebfliege verknallt sich in einen gewissen Sirrberrt.

Never change a winning team: Angelika Scharf schreibt und spricht, Merrit Scziececk spitzt schon ihre Buntstifte und reinigt sorgsam die Computermaus, Harald Helmut Weiss übernimmt wieder Lektorat und Redaktion,

Und er wird ebenfalls nicht fehlen: Old Possy-Pinkas, auch ohne Knopf im Ohr. Da hat der unverbesserliche Haudegen ja wirklich wieder einiges vor. Nun, immerhin besitzt er ja noch ein komplettes linkes Ohr. Zumindest momentan.