Super, Mann!
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Ein nicht verwendetes Cover der Nummer 160 der WORLD’S FINEST COMICS von 1966 wird zurzeit angeboten für 25.000 Dollar von Romitaman Original Art in Ohio. Kalle bekäme gelbe Augen. Swan selbst konnte mit Geld nicht sonderlich geschickt umgehen. Bis ins hohe Alter war er gezwungen weiterzuarbeiten. Noch mit 75 zeichnete er den Tiefflieger im knalligen Dress, auf der Brust das Brand der Big-S-Ranch. Wär ja auch Ödnis, wenn er im Blaumann durch die Gegend segeln würde. Grins. Er kam, sah, siegte und blieb. Blieb immer er selbst. Quatsch! Nix! Superman hat einfach ein glänzend konstruiertes Image der Beständigkeit. Denn auch er wandelt sich, passt sich an. Und das schon lange vor Alan Moore.
Der Ur-Superman, der von Joe Shuster und Jerome „Jerry“ Siegel Anfang der 1930er erdacht wurde, war eigentlich zuerst ein großer Zampano.
Herrreinspaziert! Säähen Sie dään stäärksten Mann däär Wäält! Er stemmte Stahlträger, sprang über 20-stöckige Hochhäuser, hoppste gleich eine Achtelmeile (entspricht guten 200 Metern) oder überholte einen Schnellzug. Whoooosh! Und er war kugelsicher. Im Juni 1938 durfte er nach vielen Absagen endlich seine erste öffentliche Zirkusnummer rauslassen. In Heft 1 des Magazins Action Comics, bei der Detective Comics, Inc., heute bekannt als DC Comics.
Als der Mann aus Stahl noch jung und frisch war, machte auch seine irrwitzige Geheimidentität Sinn: Als Reporter ist unser Kraftpackerl nah dran an den News. Ist flotti-flotti dort, wo einer seine Gattin haut und an sonstigen Kriegsschauplätzen.
Er wurde immer superer. Kostenfrei gabs Röntgenblick obendrauf, als Zugabe eine gewaltige Superpuste, ein empfindsames Supergehör. Krabbelte er anfangs noch an Wolkenkratzern hoch, um die bösen Buben zu belauschen, wundert sich heute keiner mehr, wenn er bis an den Rand des Universums zuscht, um dort mit Galaxien zu jonglieren. Hätt ich auch gerne, dass meine körperlichen Fähigkeiten wachsen. Das einzige, was bei mir stärker wird, ist meine Brille.Ich bin der Gute, ich geb dir auf die Schnute! Unkaputtbarer Superheld in Stretchhose – das wird schnell lang-wei-lig. Gähn! Also motzten Siegel/Shuster mal die Ganoven auf. Das begann mit Luthor (Luthor über Luthor: „Just an ordinary man – but with th‘ brain of a supergenius“). Seine Cleverness nutzt er ausdauernd, um diese immer wieder begehrte Weltherrschaft an sich zu reißen. Der üble Düsentrieb erfindet pausenlos wahnwitzige Maschinchen. Wusel. Dreh. Schraub. Er erzeugt Zeitstrahlen, Mini-Tornados, erschafft einen galaktischen Golem. Doch zielsicher geht’s danach wieder runter in die Einzelzelle.
Ein wenig Kitzel brachte das Kryptonit ins Spiel, ein extraterrestrisches Mineral, dessen Strahlen Superman schwächeln lassen. Der nächste Einfall, bitte! Auch die Gegner kriegten Überkräfte. So konnte man sich seitenlang ausgiebig an der Gurgel wurgeln. Klatsch-patsch! Quetsch! Aber wenn erst alle Nasen bluten, ist auch das fad.
Also tunte man die Plots. Superman wird Präsident der USA, Superman wird alt und sabbert kraftlos vor sich hin, Superman trifft seinen Zeichner. Klemmt ein bisschen, ne? Deshalb stellte sich auf der letzten Seite schnell raus: Wieder nur geträumt! Später bastelte man sich Parallelwelten, auf denen bekanntlich einfach alles möglich ist. Hmmm … vielleicht kann ich das Schatzi samt Schwiegermonster ja auch ...?
